Tipps und Tricks für Maschenprobe

Es gibt Leute, die professionell Maschenproben stricken. Die meisten von uns möchten so schnell wie möglich mit dem Projekt beginnen. Trotzdem, eine Maschenprobe ist unverzichtbar für Projekte, die perfekt sitzen sollen. Und manchmal reicht eine quick & dirty Variante (schnell ein paar cm im Muster stricken, messen, wieder aufrubbeln und los gehts) nicht. Dann geht es trotz Maschenprobe schief (fragt nicht, wieso wir es wissen)

Was steht denn eigentlich in den Strickmustern?

Z. B. Maschenprobe: 23M x 28R = 10x10cm mit Nadelnr 4 in Muster 1.

Was nun? Hier ein paar Tipps und Tricks:

– Maschenprobe gross genug machen (grösser als 10cm), also etwas mehr Maschen als angegeben anschlagen (z. B. 30M für das obere Beispiel).

– Die Maschenprobe so stricken, wie sie angegeben ist. D. h. entweder im Strickmuster das hauptsächlich verwendet wird oder glatt rechts. Beides hat Vor- und Nachteile. Maschenproben in glatt rechts lassen sich besser wiederverwenden, Maschenproben im Muster dienen nicht nur dazu, die richtige Nadelgrösse zu ermitteln, sondern zeigen auch gerade, wie das Muster mit der verwendeten Wolle wirkt.

– Auch wenn in der Anleitung eine Nadelgrösse angegeben ist, die Maschenprobe mit mehreren Nadelgrössen stricken. Dabei die Nadeln entsprechend wechseln: Wenn die Maschenprobe mehr Maschen pro 10cm aufweist, die Nadeln eine halbe bis eine Nummer grösser wählen, wenn weniger Maschen pro 10cm gezählt werden, eine halbe bis eine ganze Nummer kleiner gehen.

– Es hilft, dauerhaft zu notieren, welche Nadeln für die Maschenprobe verwendet wurden. Entweder Maschenproben zusammen mit den Notizen ordentlich ablegen, oder für alle anderen, die keine Stricklogbücher führen: Nadelgrösse einstricken. Das geht so, im glatten Teil in einer Reihefür jede ganze Zahl ein Loch stricken (2M re zusammen, 1 Umschlag) und für jede halbe (viertel) Grösse eine linke Masche stricken. Also für 4.5 Nadeln: 4 Löcher und eine linke Masche. Wenn Viertelgrössen verwendet werden (ich persönlich habe keine solchen Nadeln): 4 Löcher und 2 linke Maschen. Wichtig ist, dass immer die gleiche Notation verwendet wird.

– Die Maschenprobe gleich behandeln, wie das fertige Strickstück behandelt wird. Also waschen oder dämpfen. Das Garn kann sich dann nochmals ganz anders verhalten.

– Für Stricken von Jacken oder Pullies (z. B. Tric) kann es von Vorteil sein, wenn man die Maschenprobe wäscht und aufhängt, weil das Strickstück „wachsen“ kann. Das ist besonders wichtig, wenn das Garn Seide enthält.

Maschenprobe für Tric
Maschenprobe für Tric

 

Das sind so ein paar einfache Tipps für Maschenproben. Wie strickt ihr Maschenproben? Oder geht’s auch ohne Maschenproben? Wir freuen uns über eure Tipps und Tricks – entweder als Kommentare oder persönlich: Wir sind  am 25. Oktober am Markt in Arlesheim und am 15. November an der Textilpiazza in Liestal! Und natürlich findet auch der nächste Spinn/Stricktreff bald statt.