Ravelry und Stricken mit Handgesponnenem

Schöne Garne spinnen ist ja das eine, aber dann sollten sie auch noch verarbeitet werden. Ich weiss nicht immer schon, was ich denn aus dem handgesponnen Garn anfertigen werde. Wenn mir spontan etwas einfällt, und ich gerade keine Zeit habe, dann packe ich Garn und Idee zusammen, damit ich es wieder hervorholen kann. Wenn mir aber nichts einfällt, dann ist Ravelry eine grosse Hilfe. Und da Ravelry letzten Monat auch sein 10 jähriges Jubiläum feierte, passt es ganz gut, wenn ich das hier mal vorstelle.

Ravelry ist eine online Strick- und Häkelgemeinschaft und hat mittlerweile sehr viele BenutzerInnen ist wohl eine grössten, wenn nicht die grösste Muster- und Garndatenbanken. Auch Spinnen und Weben sind mittlerweile unterstützt. Den einzelnen BenutzerInnen bietet es an, Projekte, Garn/Faserlager  sowie Strickmuster und Bücher zu verwalten, DesignerInnen und GarnproduzentInnen können ihre Kreationen vorstellen. Strick- und Häkelmuster können direkt über Ravelry bezogen werden und in der eigenen Bibliothek auch verwaltet werden.  Daneben gibt es viele Gruppen und Foren, in denen sich die BenutzerInnen zu den verschiedensten Themen austauschen können (meist auf Englisch, aber es gibt auch einige deutsche Gruppen und Foren).

Die beste Datenbank nützt aber nichts, wenn man nicht gut in ihr suchen kann. Und Ravelry bietet auch eine gute und vielseitige Suche, so kann nach den verschiedensten Eigenschaften gesucht werden, z. B.  Name, Nadeldicke, Garndicke, Kategorie (Pullover, Schal, Mütze etc).

Die Schwierigkeit beim Stricken (oder Häkeln) mit handgesponnem Garn ist die Tatsache, dass wenig Anhaltspunkte hat, wieviel Garn man für ein Projekt braucht. Es gibt natürlich verschiedene Methoden, die man anwenden kann. Für Pullover, Vesten oder so würde ich wahrscheinlich eine Maschenprobe stricken, die ausmessen (Fläche und Gewicht) und versuchen, anhand eines Schemas herauszufinden, wieviel Garn ich brauche. Eine Alternative dazu ist anstelle des Gewichts, die Lauflänge zu nehmen. Und glücklicherweise kann man in Ravelry auch nach Lauflänge suchen.

Ich hatte ca. 2oog mit einer Lauflänge von ca. 450m total von diesem Garn, ca. 12 WPI (FIngering ist 14 WpI). Die Lauflänge habe ich ausgerechnet, indem ich die Anzahl Schlaufen in meiner Strange gezählt habe und dann mit dem Umfang der Strange multipliziert habe (im Zweifelsfall abrunden!). Das ist nicht supergenau, reicht aber oft. Wer es genauer haben möchte, kann z. B. 10m abwickeln und wiegen*. Damit kann dann ausgerechnet werden, wieviel Laufmeter die Strange(n) dann aufweisen:

z. B. Angenommen, 10m von dieser Strange wiegen ca. 4.5 g. Total habe ich 200g. Ich rechne also 200g : 4.5g x 10m, gibt 450m.

Total Gewicht : Gewicht von 10m x 10 = Total Länge

Ich muss aber zugeben, dass ich meistens die Schlaufen zähle – wahrscheinlich habe ich Hemmungen, einfach mal 10m von meinem handgesponnenen Garn abzuschneiden.

Jetzt weiss ich, wieviele Laufmeter vom Garn ich habe und kann damit nach Projekten suchen:

  1. Ich möchte explizit nach Projekten für handgesponnene Garne suchen.
    nach „handspun“ suchen
  2. Das Suchresultat kann ich nun mittels verschiedenen Eigenschaften verfeinern, respektive einschränken,  z. B. durch Angabe der Nadeldicke, der Kategorie (Shawl, Scarf) und eben der Laufmeter (Meterage – Ravelry erspart uns hier sogar das Umrechnen in Yards):
Suchresultat, das nun verfeinert werden kann

 

Es war mir relativ bald klar, dass ich mein handgesponnenes Garn gerne mit einer ungefärbten BFL Strange verstricken wollte, die ungefähr dieselbe Dicke hat.

Also habe ich zu den 450m doch die 400m hinzugegeben und Projekte bis 750m gesucht. Und auch nicht nur in handgesponnenen Projekten gesucht.

Gewonnen hat schlussendlich Spectrum von Joji Locatelli. Und ich muss sagen, dass ich die Wahl nicht bereut habe – der Schal gefällt mir nach wie vor sehr gut.

Die Kombination mit dem BFL in rohweiss hat sich auch bewährt.

Meine Messung war nicht supergenau – ich habe sogar noch etwas übrig, obwohl ich den Schal sogar verlängert habe. Zum Glück wurde Spectrum schon etwas länger fertig und ich konnte ihn noch gut tragen, als es nach Ostern wieder kalt wurde. Er hat sich bewährt, so wie auch Ravelry (übrigens, ihr findet mich dort unter persillie…)

 

2 Kommentare

  1. Esther Müller sagt:

    Vielen Dank für Deine ausführlichen Infos. selber habe ich wieder angefangen zu Spinnen und stehe vor genau diesem Problem. Da kam der artikel gerade recht.
    Nun hätte ich noch eine Frage bezügl. Spinnkurse. Wo finden die statt? Das finde ich nicht auf der
    Home Page.
    Liebe Grüsse, Esther

    1. Sibylle sagt:

      Liebe Esther

      danke für den netten Kommentar. Im Moment habe ich keine Spinnkurse ausgeschrieben, weil ich mangels Lokalität keine geplant habe. Für den Herbst sind aber welche geplant. Was ich immer anbiete, ist Einzelunterricht. Einfach bei mir per Email melden.

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