1/4 2021

Meine monatlichen Newsletter sind momentan eher vierteljährlich. Aber dann ist es halt so und zum Glück gibt es Feiertage. Hier also ein kurzes Update, was in dem ersten Viertel 2021 wolltechnisch hier so vor sich gegangen istl während die frisch gefärbten Eier für morgen noch am Abkühlen sind.

Glücklich bin ich mit meinem neuen Pullover, dem Carbeth von Kate Davies. Ehrlich gesagt habe ich mir das Buch 10 Years in the Making hauptsächlich deswegen bestellt. Und etwas wegen dem Owls Pullover. Was Kate Davies Artikel betrifft, die finde ich ja immer lesenswert – ihre vorherige Karriere als Literaturwissenschaftlerin merkt man, sie recherchiert immer sehr sorgfältig.

Und ich habe endlich ein Projekt in Angriff genommen, das schon lange auf meiner Liste stand. Mein SwHap – ein Shetland Hap aus Schweizer, genauer gesagt Bünder Oberländer Wolle!

Shetland Hap in Naturfarben. Foto aus dem Online Archiv des Shetland Museums.

Ein Shetland Hap war ein Tuch für den Alltag. Er ist quadratisch und wurde zu einem Dreieck gefaltet und über die Schultern gelegt, vorne gekreuzt und die Enden hinten in den Bund gesteckt. Man sieht das oft auch in Mittelalterbildern (oder Serien wie Outlander, die habe ich zwar nicht geschaut, aber beim Googeln gefunden :-)). Traditionell wurde naturfarbenes und nicht das allerfeinste Garn verwendet, mit dem feinsten Garn wurden die berühmten Lace Shawls für den Verkauf gestrickt.

Ein Hap besteht aus drei Teilen, einem quadratischem Mittelstück, für den Alltag kraus rechts (Rippli) gestrickt. Dann folgt das erste Musterstück (Boarder), typischerweise in einem Wellenmuster (Old Shell) wie auf dem Bild. Ganz aussen ist eine Lochmusterborte. Traditionell wurde der Shetland Hap von aussen nach innen gestrickt, mit der Laceborte beginnend, dann die vier Kanten des Mustersstücks einzeln, alle hin und zurück, da die Muster krauss rechts sind und man linke Maschen vermeiden wollte. Am Schluss dann das Mittelstück und danach wurden die Borten vernäht.

Garne für SwHap: das Braun ist das weichste, aber auch das unregelmässigste, da die Fasern am kürzesten waren…

Das benutzte Garn ist zweifädig, ich habe also von allen vier Farben von dem schönen Bündner Oberländer Vlies zwischen 70 und 200 g (grau) gesponnen und verzwirnt. Ich habe mich allerdings entschieden, den Hap von innen nach aussen zu stricken und habe das Mittelstück diagonal in grau gestrickt. Für den mittleren Teil orientiere ich mich an den Shetland Hap Muster aus A Legacy of Shetland Lace. Ich muss nur daran denken, das Muster auf den Kopf zu stellen, damit das Old Shell Lochmuster dann stimmt. Zuerst muss ich mir aber über die Reihenfolge der Farben klar werden.

SwHap: Mittelteil kraus rechts in grau, die anderen Farben gewickelt.

Ich bin jedenfalls ganz begeistert wie sich das Garn verhält – heute im Garten hatte ich meinen alten 3-fädigen Islandpulli an und rauher ist das Bünder Oberländer bestimmt nicht.

Wie immer stricke ich auch noch etwas anderes, nämlich Socken. Ein ganz einfaches Muster (plain old sock) mit einem kleinen Twist (Zopfmuster). Meine Lieblingskäppchenferse, allerdings in Halbpatentmuster, um die Ferse etwas zu verstärken (obwohl ich ja selten dort Löcher bekomme).

Das kleine Zopfmuster ist nicht wirklich sichtbar, dafür die Ferse im Halbpatent. Im Hintergrund meine alte, aber immer noch geliebte Norwegerjacke.

So, nun sind Mittlerweile auch die Eier abgekühlt – wie immer mit Naturfarben gefärbt. Frohe Ostern allerseits!

6 Kommentare bei „1/4 2021“

  1. Christina ciampi sagt:

    Frohe Ostern auch dir! Ich stricke ja momentan eher kleinere dinge für meine obersüsse enkelin!

    Liebe grüsse christina ciampi

    1. Sibylle sagt:

      Socken sind ja auch klein 🙂 Ja, klein ist gut – ich habe ja noch ein kleines Patenkind…

  2. Monika Leiser sagt:

    Schön gestalteter Newsletter – baden in warmen Farben!
    Frohe Ostern, liebe Sibylle.

    1. Sibylle sagt:

      Farben tun immer gut! Hoffe dir geht es auch gut – wenn man sich so lange nicht mehr sieht.

  3. Susanne Batz sagt:

    Liebe Sibylle
    Ich lese immer wieder gerne deine Newsletter. Spannend was du so entdeckst in der wolligen Welt.
    Nach einem halben Leben habe ich das Sockenstricken wieder entdeckt (lag an den kalten Füssen im Winter). Das von dir erwähnte Käppchen werde ich ausprobieren. Es sieht so kompakt aus und ich erinnere mich, dass meine Grossmutter es bei Arbeitssocken so gemacht hat.
    Liebe Ostergrüsse, Susanne

    1. Sibylle sagt:

      Liebe Susanne

      Schön von dir zu hören, hoffe, es geht dir gut!
      Es ist ja eigentlich ein ganz normales Käppchen 🙂
      Bis hoffentlich bald wieder mal

Kommentare sind geschlossen.